Blogbeitrag: Online-Sicherheit

![]()
Der Kauf auf einem Online-Marktplatz birgt nicht nur das Risiko eines falschen Verkäufers, eines nie gelieferten Pakets oder einer Fälschung. Manche Produkte können auch nicht konform, falsch gekennzeichnet, schlecht konstruiert oder für den Nutzer tatsächlich gefährlich sein. Spielzeug, Ladegeräte, Kosmetika, elektrische Zubehörteile, Schmuck oder Kinderartikel können Sicherheitsprobleme aufweisen, die sich vor dem Kauf nur schwer erkennen lassen. Die Gefahr geht dann über den bloßen Geldverlust hinaus: Sie kann die Gesundheit, die Sicherheit zu Hause oder die der Angehörigen betreffen.
Ein Online-Marktplatz vermittelt oft den Eindruck, man kaufe bei einer großen bekannten Website. Tatsächlich dient die Plattform in vielen Fällen jedoch vor allem als Vermittler zwischen dem Verbraucher und einem Drittverkäufer. Dieser Verkäufer kann in einem anderen Land ansässig sein, seinen Namen schnell ändern, ein sehr breites Sortiment anbieten und nach wenigen Wochen wieder verschwinden.
Der Verbraucher sieht eine beruhigende Oberfläche, Bewertungen, attraktive Fotos und manchmal eine schnelle Lieferung. Doch diese Elemente beweisen nicht, dass das Produkt die geltenden Sicherheitsanforderungen erfüllt. Ein Artikel kann korrekt geliefert werden, optisch dem Foto entsprechen und trotzdem gefährlich bleiben.
Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass immer mehr extrem günstige Produkte in Online-Shops oder auf Online-Marktplätzen die europäischen Sicherheitsstandards nicht erfüllen oder sogar konkret gefährlich sind. Außerdem meldete die Bundesnetzagentur im Februar 2025, dass im Jahr 2024 insgesamt 1.425 auffällige Online-Angebote in Zusammenarbeit mit Verkaufsplattformen entfernt wurden, was rund 3 Millionen Geräte betraf. Diese Angaben zeigen, dass das Thema weit über die Frage eines niedrigen Preises oder einer bloß schlechten Qualität hinausgeht.
Nicht alle online verkauften Produkte bergen dasselbe Risikoniveau. Ein einfaches dekoratives Zubehörteil hat nicht dieselben möglichen Folgen wie ein Ladegerät, ein Spielzeug für kleine Kinder, ein Kosmetikprodukt oder eine Schutzausrüstung. Je stärker ein Artikel den Körper, Elektrizität, Kinder oder die Sicherheit betrifft, desto höher muss die Vorsicht sein.
Elektrische Produkte sind besonders sensibel. Ein Ladegerät, eine Mehrfachsteckdose, ein Haartrockner, eine Lampe oder ein schlecht konstruiertes Kleingerät kann ein Risiko für Überhitzung, Verbrennungen, Stromschläge oder Brände darstellen. Ein sehr niedriger Preis muss dann gegen die möglichen Folgen eines Herstellungsfehlers abgewogen werden.
Auch Artikel für Kinder erfordern erhöhte Wachsamkeit. Abnehmbare Kleinteile, zu lange Kordeln, zerbrechliche Materialien, chemische Stoffe oder fehlende klare Warnhinweise können Risiken schaffen, die sich auf Fotos nicht zeigen. Dasselbe gilt für Schmuck, Kosmetika, Textilien, Sportzubehör und Gegenstände mit direktem Hautkontakt.

Eine Produktseite kann vollständig wirken, ohne verlässlich zu sein. Die Fotos können sorgfältig gemacht, die Beschreibung detailliert und die Bewertungen zahlreich sein. Doch wesentliche Informationen über Konformität, Normen, Hersteller, Importeur oder Sicherheitshinweise können fehlen, unvollständig sein oder sich nur schwer überprüfen lassen.
Die CE-Kennzeichnung zum Beispiel wird oft missverstanden. Sie bedeutet, dass der Hersteller erklärt, das Produkt entspreche den geltenden europäischen Anforderungen, sie besagt jedoch nicht, dass jeder einzelne Artikel vor dem Verkauf individuell von einer öffentlichen Behörde geprüft wurde. Eine Kennzeichnung, die auf einer Produktseite erscheint oder auf einer Verpackung aufgedruckt ist, entbindet daher nicht davon, die Seriosität des Verkäufers und die Plausibilität des Produkts zu prüfen.
Auch der Preis ist trügerisch. Ein billiges Produkt ist nicht automatisch gefährlich, doch ein ungewöhnlich niedriger Preis bei einem technischen Artikel sollte aufmerksam machen. Die Einsparungen können auf eine einfachere Herstellung zurückzuführen sein, aber auch auf fehlende Anleitungen, unzureichende Tests, fragile Bauteile oder einen Verkäufer, gegen den sich im Problemfall nur schwer vorgehen lässt.
Vor dem Kauf sollten manche Details aufmerksam geprüft werden. Die erste Frage betrifft die Identität des Verkäufers. Ein generischer Name, eine fehlende Adresse, unklare Kontaktdaten oder eine neue Verkäuferseite erschweren spätere Schritte. Ein bekannter Online-Marktplatz macht nicht automatisch jeden Drittverkäufer zu einem vertrauenswürdigen Anbieter.
Die zweite Frage betrifft die Produktseite. Ein sensibles Produkt sollte klare Informationen liefern: technische Merkmale, empfohlenes Alter bei einem Spielzeug, Zusammensetzung bei einem Kosmetikprodukt, elektrische Leistung, Gebrauchshinweise, Warnhinweise, Hersteller oder Importeur. Wenn diese Elemente fehlen, schlecht übersetzt oder widersprüchlich sind, sollte man den Kauf besser vermeiden.
Die dritte Frage betrifft die Bewertungen. Hunderte sehr kurze, wiederholende Bewertungen oder Fotos generischer Art garantieren nicht die Sicherheit eines Produkts. Bewertungen können eine schnelle Lieferung oder ein korrektes Aussehen hervorheben, ohne Haltbarkeit, Zusammensetzung oder reale Risiken geprüft zu haben.
Vor dem Kauf eines potenziell sensiblen Produkts ist es sinnvoll, mehrere Quellen zu vergleichen. Wird derselbe Artikel von einer identifizierbaren Marke verkauft? Gibt es eine offizielle Website des Herstellers? Nennt der Verkäufer einen Verantwortlichen in der Europäischen Union? Sind die technischen Merkmale mit der angekündigten Nutzung vereinbar?
Für Non-Food-Produkte stellt die Europäische Kommission Safety Gate zur Verfügung, ein Warnsystem, mit dem sich in der Europäischen Union gemeldete gefährliche Produkte einsehen lassen. Das ist keine absolute Garantie, weil nicht alle gefährlichen Produkte bereits gemeldet sein müssen, aber es ist ein nützlicher Reflex bei risikobehafteten Artikeln.
In Deutschland sind offizielle Informationen zur Produktsicherheit über das BMAS und die BAuA verfügbar. Dort finden sich Hinweise zur Produktsicherheit sowie offizielle Informationen zu gefährlichen Produkten und Rückrufen.
Die Vorsicht endet nicht mit der Bezahlung. Nach Erhalt sollte man den Zustand der Verpackung, das Vorhandensein einer Anleitung, Warnhinweise, ungewöhnlichen Geruch, abnehmbare Teile, die sichtbare Stabilität und die Übereinstimmung zwischen dem erhaltenen Produkt und der angekündigten Beschreibung prüfen. Ein beschädigter, schlecht montierter elektrischer Artikel oder ein Gerät mit zweifelhaftem Adapter sollte nicht benutzt werden.
Bei einem Spielzeug oder einem Artikel für ein Kind muss die Kontrolle noch strenger sein. Kleine Teile, Kordeln, scharfe Kanten, zugängliche Batterien, Magnete, leicht lösbare Elemente und Alterswarnhinweise müssen geprüft werden. Ein Produkt, das lustig oder hübsch wirkt, kann gefährlich werden, wenn seine Konstruktion unzureichend ist.
Bei Kosmetika oder Produkten mit Hautkontakt müssen die Zusammensetzung, die Herstellerangaben, eine ordnungsgemäße Verpackung und das Fehlen sichtbarer Veränderungen geprüft werden. Bei ungewöhnlicher Reaktion, verdächtigem Geruch oder unvollständiger Kennzeichnung sollte die Verwendung abgebrochen werden.
Wenn ein Produkt gefährlich erscheint, sollte man es nicht weiter benutzen, „um zu testen“. Ziehen Sie den Stecker, halten Sie den Artikel von Kindern fern, bewahren Sie die Verpackung auf und machen Sie Fotos. Es ist sinnvoll, Rechnung, Produktseite, Namen des Verkäufers, die URL der Anzeige und den Austausch mit dem Kundendienst aufzubewahren.
Der Verkäufer und die Plattform sollten kontaktiert werden, doch das reicht nicht immer aus. In Deutschland kann man die Datenbank „Gefährliche Produkte in Deutschland“ der BAuA konsultieren. Unsichere oder gefährliche Produkte können außerdem über ICSMS direkt, auch anonym, an die zuständigen Behörden gemeldet werden.
Wenn ein nicht konformes Produkt ein Risiko darstellt, können die Behörden Maßnahmen vom Verkaufsstopp bis zum Rückruf ergreifen. Die Meldung eines gefährlichen Produkts hilft auch dabei, zu verhindern, dass andere Personen demselben Risiko ausgesetzt werden.
Online-Marktplätze bieten schnellen Zugang zu Tausenden von Produkten, doch diese Bequemlichkeit darf die Sicherheitsfrage nicht in den Hintergrund drängen. Es geht nicht nur darum, ob der Verkäufer den Artikel liefert, sondern auch darum, ob der erhaltene Gegenstand gefahrlos benutzt werden kann. Bei elektrischen Produkten, Spielzeug, Kosmetika, Kinderartikeln oder Schutzausrüstungen muss die Vorsicht höher sein als bei einem gewöhnlichen Kauf.
Vor dem Kauf ist es besser, die wesentlichen Prüfregeln vor einer Online-Bestellung anzuwenden. Zur zusätzlichen Absicherung bleiben auch die praktischen Tipps zur Vermeidung digitaler Fallen nützlich.
👉 Um eine schnelle Einschätzung zu erhalten, erstellt unser automatisierter KI-Analysedienst in Echtzeit eine Zuverlässigkeitssynthese!
👉 Für betrogene Personen weist unser interaktiver Leitfaden für Betrugsopfer auf die dringend zu ergreifenden Maßnahmen hin!
👉 Um einen Betrug zu melden, hilft unser Hilfstool zur Meldung von Betrugsfällen dabei, den richtigen Kanal zu finden!
👉 Um Ihre Reflexe zu stärken, verbessert unser interaktiver Betrugssimulator Ihre Reaktionen auf Betrugsmaschen!
👉 Um einen Link zu kontrollieren, liefert unser Tool zur Analyse verdächtiger URLs eine erste Einschätzung!